Treffen der BdÜ-Regionalgruppe Heilbronn

Bericht zum Treffen der Regionalgruppe Heilbronn am Samstag, den 12. April 2014, in Mosbach

von Ulrike Aschermann Henger, Bammental
14. April 2014

 

Die Regionalgruppe Heilbronn hatte zu einem Treffen in der Fachwerkstadt Mosbach für den 12. April eingeladen. Etwa 20 Mitglieder z. T. mit Familie trafen sich bei sommerlicher Wärme auf dem Mosbacher Marktplatz. Auch waren einzelne Mitglieder der Karlsruher Gruppe und aus der Heidelberg/Mannheimer Gruppe mitgekommen.

Maria-Theresia Kaltenmaier empfing uns zur Begrüßung mit selbst gebackenem Kuchen ab 13.30 Uhr, eine sehr nette Geste. Um 14.00 Uhr begann die Mosbacher Stadtführung mit der sehr gut vorbereiteten Stadtführerin Frau Anita Schneider, die uns über 90 Minuten sehr ausführlich die schönsten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt zeigte.Wir begannen den Rundgang vor einem der ältesten Häuser Mosbachs, nämlich dem sogenannten Salzhaus, in dem sich heute ein Blumengeschäft befindet. Anita Schneider erläuterte, dass vor einiger Zeit das Fachwerk der Häuser Mosbachs, die unter Ensemble-Schutz stehen, besonders geprüft wurde und zutage brachte, dass manche Häuser wesentlich älter sind als angenommen und bei anderen das Datum genauer eingegrenzt werden konnte. Am Beispiel dieses Hauses erfuhren wir Näheres zum Fachwerkbaustil.Gleich um die Ecke herum liegt der Synagogenplatz, auf dem sich früher eine kleine Synagoge für die jüdische Bevölkerung Mosbachs befand. Durch die Pflasterung erkennt man die ehemaligen Gebäudeabmessungen. Ein Gedenkstein erinnert an die Menschen, die infolge der Politik des Dritten Reichs starben. Anschaulich erklärte Anita Schneider, wie es zum Abbrennen der Synagoge kam und auf welche Weise die angrenzenden Fachwerkhäuser vor den Flammen gerettet wurden.Weiter ging es zum Alten und Neuen Schloss Mosbachs ein Stückchen weiter den Berg hinauf. Unsere Stadtführerin hatte als Kind immer gerne selbst im Neuen Schloss wohnen wollen, weil es ein so schönes Gebäude ist. Die Häuser befinden sich in Privateigentum und können deshalb nicht besichtigt werden.Bemerkenswert ist, dass sich unter der katholischen Pfarrkirche St. Cäcilia, konzipiert von dem Architekten Paul Bonatz (der auch den Stuttgarter Hauptbahnhof entworfen hat, Stichwort Neue Sachlichkeit), sichtbar vom Weg zum Schloss hinauf, ein Schutzbunker befindet. Dies war im Baujahr 1933 die Vorgabe für die Baufreigabe gewesen.Wir schauten kurz in ein Seniorenheim nahe dem Marktplatz hinein und Anita Schneider erläuterte ein wenig die Stadtgeschichte anhand eines großen Gemäldes, das Mosbach im 17. Jahrhundert darstellt. Bei Restaurierungsarbeiten in diesem Haus waren Wandmalereien zutage gekommen, die heute zu betrachten sind. Ebenso bemerkenswert war hier der eigene, noch funktionstüchtige Hausbrunnen mit einer Tiefe von 18 Metern.Das Palm’sche Haus am Marktplatz der Familie Palm ist eines der schönsten Fachwerkhäuser der Stadt und trägt reiche Verzierungen und Schmuckelemente, z. B. zur Abwehr böser Geister und Neider und vor allem zur Darstellung von Wohlstand.Sehr interessant war ebenso die Stiftskirche auf dem Marktplatz, eine Simultankirche, die nämlich in der Mitte durch eine dicke Mauer getrennt und von beiden großen Konfessionen genutzt wird.Mit einem Blick in den historischen Ratssaal im Rathaus und der Besteigung des Glockenturms näherte sich unsere Stadtführung dem Ende zu. Im Turm hatte in früheren Zeiten ein Türmer gewohnt, der die Uhr wartete und die Glocken läutete und nur alle zwei Wochen seinen Turm verlassen durfte. Der Rundumblick über Stadt und Odenwald ist beeindruckend.Zum Abschluss betrachteten wir das Alte Spital von außen, damals das modernste Gebäude der Stadt, in dem heute Bibliothek und Museum untergebracht sind, und das älteste freistehende kleine Fachwerkhaus Haus Kickelhain, in dem auf 52 m² einst eine fünfköpfige Familie wohnte und das heute auch ein Museum ist.Diese 90 Minuten waren überaus kurzweilig und interessant. Ein großes Lob geht hiermit an Anita Schneider, die kein Konzept benötigt hat.Danach bot sich bei Kaffee und Kuchen oder Eis im vorreservierten Café Ludwig reichlich Gelegenheit zu beruflichem und privatem Gedankenaustausch mit den Kolleginnen. Anschließend bummelten wir noch ein wenig durch den Park der Landesgartenschau (1997) und rundeten diesen gelungenen Nachmittag im Mosbacher Brauhaus ab.Die Wartezeit auf das Essen wurde kurzweilig durch einen Vortrag des Inhabers und Braumeisters Hans-Georg Thielecke über die Bierherstellung in seinem Hause verkürzt, der sehr ausführlich und anschaulich die Prozesse darstellte, auch uns etwas fragte (Frage: Was prüft man mit der Zugabe von Jod zu einer Flüssigkeit? Antwort: Bei Verfärbung nach blau oder blau-schwarz ist nicht alle Stärke in Zucker umgewandelt.) und im Übrigen alle unsere Fragen sofort beantworten konnte.Das war eine überaus gelungene Veranstaltung der Regionalgruppe Heilbronn und ein großes Dankeschön geht hiermit an die Organisatorin, Maria-Theresia Kaltenmaier.
Ganz herzlicher Dank von uns allen geht an unsere Kollegin Ulrike Aschermann, Mitglied der Regionalgruppe Heidelberg/Mannheim, die mit uns gemeinsam diesen erfrischenden Samstag verbracht und uns darüber hinaus diesen sehr schönen, ausführlichen Bericht zu unserem Ausflug in Mosbach geschenkt hat, und an alle, die dabei waren und diesen Tag wahrgemacht haben.
Regionalgruppenleitung Heilbronn
Landesverband Baden-Württemberg
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